Zum Hauptinhalt springen

ADHS

Menschen sind verschieden

Die einen sind spontan und temperamentvoll, die anderen bedächtiger und verträumt. Von Kindern und Jugendlichen kann man sowieso nicht erwarten, dass sie immer überlegt und mit Bedacht handeln. Es geht bei ADHS um Menschen, denen die alters entsprechende Impulskontrolle trotz guten Willens nicht gelingt und die dadurch in Schule, Beruf und Privatleben in große Schwierigkeiten kommen. Die Gefahr ist, dass durch die sozialen Folgen und Reaktionen der Mitmenschen sich noch weitere psychische Störungen einstellen. 

 
ADHS - eine besondere Art zu sein

ADHS-Betroffene denken, fühlen, reagieren und verarbeiten Informationen anders. Sie sind sehr originelle, kreative Menschen, oft die unbequemen mutigen Vordenker, weil sie sich nicht an Regeln halten und alles in Frage stellen können. Es gibt viele erfolgreiche Menschen, die ADHS ohne Krankheitswert haben, als Normvariante im Sinne einer "bestimmten Art zu sein". Wenn diese Menschen für sich die richtige Nische gefunden haben, sind sie häufig genial und unschlagbar in ihrem sprühenden Eifer und ihrem unermüdlichen Aktionismus.


ADHS ist keine Modediagnose

Etwa 5% der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren sind betroffen, von denen noch 60% im Erwachsenenalter wesentliche Symptome der ADHS zeigen.


ADHS bei Kindern

Unruhe, Zappeligkeit. ADHS-Kinder haben vermehrt Schulschwierigkeiten und bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten. Der tägliche Kampf mit den Hausaufgaben durch leichte Ablenkbarkeit. Es fehlt die Fähigkeit Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Eine Sonderform von ADHS ist die des unaufmerksamen Typs. Die Betroffenen, vor allem Mädchen, wirken verträumt, abwesend und uninteressiert.


ADHS bei Erwachsenen

Sprunghaftigkeit, emotionale Achterbahnen, Chaos, Stimmungsschwankungen, "himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt", Jähzorn, innere Unruhe, getrieben sein, das Gefühl wie unter Strom zu stehen und nicht abschalten zu können, Impulsivität, Beziehungs- und Arbeitsstörungen und auch Suchterkrankungen sind Symptome einer ADHS. Ein roter Faden des Scheiterns zieht sich durch das Leben.

ADHS ist nur dann behandlungswürdig, wenn Symptome zu einer deutlichen Beeinträchtigung im Leistungs- und Sozialbereich führen. Wenn der Betroffene darunter leidet und weitere psychische Probleme wie Depressionen und Suchtgefahr dazukommen.


ADHS ist gut behandelbar

ADHS ist in den meisten Fällen vererbt, niemand hat Schuld daran. ADHS kann allerdings durch günstige Faktoren positiv beeinflusst werden. Hierzu zählen engagierte Eltern, die sich intensiv mit dem Krankheitsbild auseinandersetzen, die Stabilität geben können, berechenbar und geduldig sind und Ressourcen haben, um ihr Kind zu unterstützen. Je mehr Familienmitglieder betroffen sind, desto belastender das Familienleben.  

Therapie

Die Behandlung der ADHS benötigt ein störungsspezifisches Therapiekonzept, das auf die besondere Problematik der Betroffenen abgestimmt ist. Sinnvoll ist die Erstellung eines individuellen Therapieplans, der auf die aktuelle Situation des Betroffenen und seines Umfeldes eingeht. Es gibt verschiedene therapeutische Ansätze und es ist oft sinnvoll, diese Angebote je nach Bedarf aufeinander abzustimmen. Da ADHS auch bei mehreren Familienmitgliedern auftreten kann, benötigt oft die ganze Familie Hilfe, um besser miteinander umzugehen und sich gut zu organisieren (multimodales Therapiekonzept).

  • Aufklärung über ADHS, Beschäftigung mit dem Krankheitsbild
  • Coaching
  • Konzentrationstraining, Entspannungstraining
  • Elterntraining
  • Verhaltenstherapie
  • Neurofeedback
  • Selbsthilfegruppen, Elterngruppen