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Neurofeedback

Das Modell der selbstregulierenden Netzwerke

Das menschliche Gehirn ist die oberste Steuerzentrale des gesamten Körpers und weil es somit kein noch höheres Regulierungszentrum gibt, kann es seine Aufgabe nur dadurch bewältigen, weil es selbst hochgradig organisiert und reguliert ist. So laufen die meisten Funktionen in unserem Organismus automatisch ab, wir können sie nicht bewusst beeinflussen. Viele Krankheiten und Störungen oder ungewollte Verhaltensmuster sind auf eine Fehlregulierung von Erregungsleveln im Gehirn zurückzuführen.


Was ist Neurofeedback?

Mit Neurofeedback können die Betroffenen lernen, diese Fehlregulierungen auszugleichen und zu mehr Funktionsfähigkeit zu kommen. Bei herkömmlichen Therapien analysiert der Klient seine Probleme, übt unter Therapie neue Verhaltensweisen, die sich auf die Psyche auswirken. Das Gehirn, das eigentlich behandelt werden muss, bleibt hierbei verschlossen. Neurofeedback setzt bei der Hirnaktivität an und geht den umgekehrten Weg, um auf Denken, Fühlen und Handeln, also auf die Psyche einzuwirken. Das Gehirn muss wieder lernen, Störungen oder Fehlregulierungen auszugleichen und zu mehr Funktionsfähigkeit finden.


Ein Blick in die Praxis

Beim Neurofeedback wird ein Elektroenzephalogramm (EEG) abgeleitet, das die Spannungsschwankungen der Hirnströme misst. Diese spiegeln, ob wir wach, entspannt, konzentriert. oder die Nerven im Daueralarm einer Angstattacke festhängen. Auf einem Bildschirm kann der Klient seine gemessene Hirnaktivität verfolgen; allerdings nicht als abstraktes Wellenmuster, sondern verwandelt in eine Computeranimation. Im übertragenen Sinn beobachtet der Klient die „Arbeit seines Gehirns“.

 

"Computerspiel" ohne Maus und Tastatur

Computertechnik erstellt in Verbindung mit dem abgeleiteten EEG gleichzeitig ein Feedback. So verändert sich z. B. in einem Videospiel, durch die Änderungen der Hirnaktivität Farbintensität, Bewegung oder Helligkeit des Feedbacks. Zusätzlich modulierte Musikuntermalung und ein Plüschtier, das nur brummt, wenn das Gehirn das Richtige tut, können das computergesteuerte Bild ergänzen. Neurofeedback fordert den ganzen Menschen. Er führt Regie, er handelt selbst und wird deshalb nicht behandelt. Er muss aktiv mitwirken, muss üben, üben, üben - das ist manchmal anstrengend. Er muss geduldig sein. Das Gehirntraining hat den größten Erfolg, wenn das Gehirn unbewusst mit dem Feedback interagiert.


Hilfe zur Selbsthilfe

Neurofeedback ist keine "Wundertherapie". Sie erfordert die aktive Mitarbeit und Ausdauer des Patienten. Er muss üben, damit dies auch im Alltag ohne Feedback des Computerbildes klappt.

"Ich werde nicht behandelt, sondern ich handele selbst." 

Die Erfahrung aus eigener Kraft etwas gegen seine Beschwerden tun zu können, steigert die Zuversicht bei den Betroffenen und setzt Energie frei.


Therapieeinbindung

Aber kein Therapeut, kein Wissenschaftler würde Neurofeedback als Allheilmittel bezeichnen. Ob das Hirnfunktionstraining ausreicht oder Teil einer umfassenden Therapie sein sollte, kommt auf den Einzelfall an. Knapp ein Drittel aller unter Depressionen Leidender gilt als "behandlungsresistent". Hier ist Neurofeedback immer ein Versuch wert oder unterstützend bei der Reduzierung von Psychopharmaka. 

 

Anwendungsgebiete
  • ADS und ADHS
  • Epilepsie
  • Tinnitus
  • Autismus
  • Schlaganfall
  • Suchtkrankheiten
  • Tourette-Syndrom
  • Angststörungen
  • Migräne
  • Depressionen
  • Schmerzen
  • Schlafstörungen

 

Wer kann von Neurofeedback auch noch profitieren?

Neurofeedback hilft auch Menschen, die noch besser werden wollen. Sportler, Musiker und Manager setzten das Training zur Leistungssteigerung, Peak Performens Training, ein.

 
Wissenschaftliche Entwicklung

Die Entwicklung des modernen Neurofeedbacks ist eng mit Sigfrid und Sue Othmer verbunden. Die Kernaussage von Othmer lautet: man muss die Fehlregulierung des Gehirns rückgängig machen. Unter- und Überregulierung des Gehirns wie Langeweile, Auslassungsfehler, Stress, Erschöpfung und Commissionsfehler, nennt Othmer Fehlregulierungen.

Das hochwirksame und praxiserprobte Verfahren wird ständig durch die Zusammenarbeit zwischen Klinikern, Wissenschaftlern und Entwicklern weiterentwickelt. Theoretische Studien, wissenschaftliche Arbeiten und moderne Software zur Echtzeitverarbeitung sind Grundlage des Fortschritts. Leistungsfähigere Computertechnologie ermöglicht die komplizierte Signalverarbeitung und gleichzeitig das multidimensionales Feedback. Bis zu zwölf Elemente des Feedbacks werden mit ausgewählten Eigenschaften des Roh-EEGs unabhängig voneinander gesteuert. Alle technischen Hilfsmittel sind nach dem Medizinproduktgesetz in Deutschland evaluiert und zugelassen. Mit wissenschaftlichen Datenbanken werden die Unterschiede zwischen normaler und gestörter Hirnfunktion herausgearbeitet und ständig werden Untersuchungs- und Therapieprotokolle ausgewertet. Wichtig ist aber nicht nur der technische Fortschritt. Vor jeder Behandlung erstellt der Neurofeedbacktherapeut eine eingehende Anamnese. So werden Befunde über die Art zentralnervöser Erregung der Patientin oder des Patienten erstellt: z. B. Schlechter Schlaf bei Übererregung und ADHS oder ADS oft mit Untererregung.


Übernahme durch die Krankenkasse

Wegen des Erfolgs wird diese Therapie immer häufiger von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Private Krankenkassen und Zusatzversicherungen zur Behandlung bei Heilpraktiker übernehmen die Kosten. Wir beraten Sie gerne. Wir informieren Sie gerne in einem persönlichen Gespräch.